Energie im Oktober – Wurzeln schlagen im Herbstwind

Wenn der Schweinehund lockt

Tja, eigentlich könnte im Oktober alles ganz einfach sein. Es wird immer dunkler, wir holen Kerzen und Deko aus dem Schrank. Es wird kühler, wir kuscheln uns in warme Pullis und Lieblingssocken. Draußen weht der Wind, drinnen schmust der Schweinehund mit den Marshmallows im Kakao. Aber will ich wirklich so leben – und wie lange?

Die Botschaft des Oktobers

Der Oktober ist kein Monat für Dauerschlummer. Er erinnert uns daran: Licht wird kostbarer, Wärme will bewusst kultiviert werden, und Bewegung ist die Medizin gegen innere Schwere. Ayurveda beschreibt es so: Pitta, das Sommerfeuer, zieht sich zurück, Vata – das bewegliche, windige Prinzip – steigt auf. Ohne Erdung drohen Nervosität, Unruhe und Grübelspiralen.

Stabilität statt Herbststurm

Der Schweinehund mag sich im Oktober unter der Decke wohlfühlen. Aber wir brauchen innere Klarheit, eine stabile Mitte und das Gefühl, selbst das Steuer in der Hand zu halten. Yoga schenkt uns Wärme, beruhigt das Nervensystem und gibt dem Geist einen festen Anker.

Dies ist der Monat, in dem Einkehr nicht Rückzug heißt, sondern bewusste Sammlung. Meditation, Pranayama, kräftigende Asanas – alles, was dich ins Hier und Jetzt zurückholt, statt dich in den Windböen des Alltags zu verlieren.

Oder, um es mit den Yogis zu sagen:
„Wenn der Sturm draußen tobt, werde selbst zum Berg, der unbeweglich im Wind steht.“


Yogapraxis für den Oktober

1. Erdende Asanas

  • Tadasana (Berghaltung) – spüre Stabilität vom Scheitel bis in die Fußsohlen.
  • Virabhadrasana I & II (Kriegerhaltungen) – gib deiner Energie Richtung und Kraft.
  • Utkatasana (Stuhlhaltung) – stärke Beine und Mitte, finde Standfestigkeit.

2. Wärmende Praxis

  • Sonnengrüße im ruhigen, rhythmischen Fluss, verbunden mit bewusster Atmung.
  • Drehhaltungen wie Parivrtta Trikonasana (gedrehtes Dreieck) regen dein inneres Feuer an.

3. Beruhigende Haltungen

  • Paschimottanasana (Vorwärtsbeuge) – zieh dich nach innen zurück und löse Spannungen.
  • Balasana (Kindhaltung) – lass dich in Geborgenheit und Ruhe sinken.

4. Pranayama

  • Nadi Shodhana (Wechselatmung) für Balance und Zentrierung.
  • Bhramari (Bienensummen) zur Beruhigung des Nervensystems und inneren Einkehr.

5. Meditation

Setze dich abends für zehn Minuten in Stille. Spüre den Atem, visualisiere Wurzeln, die tief in die Erde reichen. Lass den Tag zur Ruhe kommen – so wie das Licht, das am Horizont verschwindet.


Kurzum

Oktober ist kein Monat, um sich treiben zu lassen, sondern um Wurzeln zu schlagen. Statt sich vom Wind zerstreuen zu lassen, lade deine Praxis dich ein, Sammlung und Wärme zu kultivieren. Das Außen mag stürmisch sein – dein Inneres kann ruhig und klar bleiben.